Energiewende mit der Natur im Blick

Im Zuge der Energiewende wurden bereits Hundertausende Erneuerbare Energien Anlagen an unsere Verteilnetze angeschlossen. Die zunehmend dezentrale Energieerzeugung macht es erforderlich, das bestehende Verteilnetz weiter auszubauen und zu modernisieren. Jeder Aus- und Umbau sowie die Instandhaltung der Netze ist ein Eingriff in die Umwelt und in bestehende Ökosysteme. Fester Bestandteil unseres unternehmerischen Ansatzes ist es zu versuchen, diese Eingriffe so gering wie möglich zu halten. Denn die Situation ist ernst: Von den einheimischen Tierarten in Deutschland zählen laut dem BMU heute rund 35 Prozent als bestandsgefährdet, von den Pflanzenarten sind es 26 Prozent. Rund 34.000 Arten sind derzeit vom Aussterben bedroht. E.ON fühlt sich daher verpflichtet, ihr Verhalten so auszurichten, dass die Natur möglichst wenig beeinträchtigt wird, um die Vielfalt an Pflanzen und Tieren und deren Lebensräume bewahren zu können. Mit verschiedenen Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen minimieren wir die Auswirkungen auf Flora und Fauna. Dazu arbeiten wir mit eng Naturschutzbehörden, Naturschutzverbänden und den Artenschutzbeauftragten im gesamten Netzgebiet zusammen.

Der Arten- und Umweltschutz bei dem weiteren Netzausbau ist eine große Herausforderung, denn schon heute betreiben E.ON und ihre Tochtergesellschaften rund 800.000 Kilometer Verteilnetze in Deutschland (Strom und Gas). Ein Großteil der Netze verläuft dabei durch unsere hiesige Natur und muss damit in die bestehenden Ökosysteme integriert werden. Gleichzeitig verändert sich die Natur um unsere Netze ständig, zum Beispiel wachsen Bäume immer höher, wodurch die die Gefahr steigt, dass diese bei einem Sturm auf die Leitungen fallen. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen Bäume beschnitten werden. Deshalb ergreifen wir präventive Maßnahmen und pflanzen neben unseren Trassen beispielsweise Bäume, die nur sehr langsam wachsen. Dadurch müssen wir die Bäume seltener beschneiden und halten so Eingriffe in die Natur auch nach Netzausbaumaßnahmen möglichst gering.

Junge Fischadler im Horst auf einer Hochspannungsleitung kurz nach der Beringung

Junge Fischadler im Horst auf einer Hochspannungsleitung kurz nach der Beringung

Um die Versorgungssicherheit des Stromnetzes zusätzlich zu erhöhen, ersetzen wir viele Freileitungen durch Erdkabel, da diese weniger anfällig gegenüber äußeren Witterungseinflüssen sind. Ein komplettes Verschwinden der alten Strommasten aus dem Landschaftsbild ist dabei nicht zwangsläufig das Beste für das Ökosystem, da sie ein beliebter Brutplatz für Vögel sind. Damit bedrohte Vogelarten genügend Möglichkeiten zum Nisten finden, werden Nisthilfen auf Strommasten errichtet. Unsere Versorgungsgesellschaft e.DIS treibt in ihrem Netzgebiet seit über 20 Jahren den Schutz von Großvögeln voran, darunter der Weißstorch, der Großtrappe und der Fischadler. Und das mit großem Erfolg: Mehr als 80 Prozent der vom Aussterben bedrohten Fischadler-Population brütet in Brandenburg auf Strommasten. Bereits seit 2014 stellt E.DIS regelmäßig neue Nisthilfen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf – rund 190 stehen bereits.
Weitere Informationen auf e-dis.de

Der aktive Schutz der Lebensräume der Tiere geschieht in Zusammenarbeit mit örtlichen oder regionalen Vogel- und Naturschutzverbänden. In Bad Doberan nahe der Ostsee arbeitet E.DIS beispielsweise mit dem NABU e.V. zusammen, indem sie Hubsteiger zum Beringen der Vögel zur Verfügung stellt. Dadurch können die Vogelschützer die Tiere gezielt beobachten und Daten zum Zustand der Population erhalten. Ob neue Storchennisthilfen in Möbiskruge oder Brutplätze auf Strommasten für Fischadler im Havelland: Jeder erhaltene Lebensraum trägt zur Artenvielfalt bei und fördert den Naturschutz in der Region.
Weitere Informationen auf nabu-osthavelland.de

Doch Masten und Leiterseile können Vögeln auch gefährlich werden. Je nach Konstruktion geht von ihnen besonders für große Arten wie Störche, Greifvögel und Eulen erhöhtes Gefahrenpotenzial aus. Unser Tochterunternehmen Bayernwerk hat sich früh verpflichtet, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und Masten mit Abdeckhauben aus nicht leitfähigem Material, Isoliermanschetten, isolierenden Sitzbrettern oder Vogelabweisern sicher zu machen. Von den rund 150.000 in Betrieb befindlichen Mittelspannungsfreileitungsmasten bei Bayernwerk sind mittlerweile bereits über zwei Drittel durch eine Schutzmaßnahme nachgerüstet oder bauartbedingt vogelsicher. Dafür hat Bayernwerk bereits über 50 Millionen Euro in den Vogelschutz investiert.
Weitere Informationen auf bayernwerk.de

Auch bei anderen Projekten wie der klimaneutralen Solarstromerzeugung ist Artenschutz schon heute integraler Bestandteil von Planungen. Bei der Errichtung von zwei Solar-Freiflächenanlagen in Meitingen durch unser Tochterunternehmen Lechwerke zum Beispiel wurden ökologisch wertvolle Flächen geschaffen, indem heimische Sträucher und Kletterpflanzen verpflanzt wurden, die insbesondere Vögeln mit ihren Früchten eine wertvolle Futterquelle bieten. Auch stellen extra errichtete Lesesteinhaufen Habitate für Reptilien dar, die sie als Versteck oder Überwinterungsmöglichkeit nutzen können.
Weitere Informationen auf lew.de

Arten- und Umweltschutz beginnt im Kleinen. E.ON und ihre Tochtergesellschaften sorgen mit zahlreichen Initiativen dafür, dass die Natur und regionale Ökosysteme nicht durch Netzausbaumaßnahmen beeinträchtigt werden. So gehen Netzausbau und Arten- und Umweltschutz Hand in Hand.

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