E.ONs Netze in Deutschland auf einen Blick

E.ON ist einer der größten Verteilnetzbetreiber Europas mit rund 1,6 Millionen Kilometern Strom- und Gasnetzen in neun europäischen Ländern, davon als größter Verteilnetzbetreiber mit rund 800.000 km in Deutschland.

Was sind eigentlich Verteilnetze?

  • Es gibt zwei Arten von Netzen zum Transport von Strom und Gas: Das Übertragungsnetz und das Verteilnetz.
  • Die Übertragungsnetze sind die Containerschiffe der Strom- und Gasversorgung. Sie transportieren große Energiepakete über weite Strecken.
  • Die Verteilnetze sind wie ein Kurierdienst, sie liefern kleinere Strom- und Gaspakete bis an die Haustür von Privatleuten und Unternehmen.
  • Mit der Energiewende werden die Energiepakete immer häufiger dezentral in vielen kleinen Erneuerbaren-Energien-Anlagen – wie Windkraft- und Solaranlagen – erzeugt, statt wie bisher in wenigen Großkraftwerken.
  • Die Windkraft- und Solaranlagen speisen diese kleinen Energiepakete direkt in das Verteilnetz ein, die von dort direkt zu den Endverbrauchern in der Nähe geliefert werden, ohne vorher durch das Übertragungsnetz zu fließen. Das bedeutet, die Energiepakete werden zukünftig von Haustür zu Haustür geliefert, ohne vorher zentral gesammelt und sortiert zu werden.
  • Damit die grünen Strom- und Gaspakete zu jeder Tages- und Nachtzeit genau da ankommen, wo sie benötigt werden, müssen die Kuriere intelligent gesteuert werden. Das ist die Aufgabe moderner Verteilnetze.
  • Wird die lokal erzeugte grüne Energie nicht verbraucht, kann ein Teil vor Ort gespeichert werden, z. B. in einem Pumpspeicherwerk. Diese gespeicherte Energie wird erst dann verteilt, wenn der Bedarf besonders hoch ist oder kein Wind weht bzw. die Sonne nicht scheint: Engpässe und Überkapazitäten werden also durch eine intelligente Steuerung des Netzes ausgeglichen.
  • Ohne das Stromverteilnetz können Haushalte und Unternehmen nicht mit grüner Energie versorgt werden. Mit einem digitalen Verteilnetz erhalten wir einen Überblick in Echtzeit, wie viel Strom die Hunderttausenden kleinen Stromerzeuger gerade produzieren, wie viel Strom die Verbraucher gerade benötigen und wie viel Energie wir speichern können.

Wir sind lokal verankert

  • Bundesweit aktiv: Über ganz Deutschland verteilt gehören neun Regionalgesellschaften zu E.ON: Die Regionalgesellschaften haben ihre Wurzeln in der Region und kümmern sich speziell um die Bedürfnisse der Kunden vor Ort: Bayernwerk, LEW, E.DIS, Avacon, HanseWerk, Westenergie, envia.M, VSE, SÜWAG.
  • Vor Ort zuhause: Wir sind für die Kommunen und Gemeinden Partner auf Augenhöhe (sog. Konzessionspartner): Die Kommunen beauftragen uns mit der Energieversorgung in der Region und im Gegenzug kümmern wir uns mit unserem Wissen und unseren Innovationen um die Modernisierung und den Ausbau des Verteilnetzes. Damit setzen wir die Energiewende ganz nah an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort um. Im deutschen Netz hat E.ON über 9.000 Strom- und Gaskonzessionsverträge und ist Partner von über 6.000 Kommunen in Deutschland, in denen wir das Netz vor Ort betreiben.
  • Nachhaltige Lösungen für Kommunen: Gemeinsam mit den Kommunen entwickeln wir grüne Lebensräume: durch innovative Quartierlösungen, Smart City Solutions und umweltschonende Mobilität.
  • Energiewende-Begleiter für Haushalte und Unternehmen: Wir begleiten die Menschen vor Ort als Ansprechpartner ihrer Wahl auf ihrem Weg vom Kunden zum nachhaltigen und selbstbestimmten Flexumer, also vom reinen Verbraucher (engl. Consumer) hin zum Energieerzeuger und Verbraucher. Außerdem unterstützen wir die ortsansässigen Unternehmen beim Aufbau nachhaltiger Energiekonzepte und machen so ganze Regionen fit für die grüne Zukunft.
„700.000 km Stromnetz und 100.000 km Gasnetz – zusammen mehr als die Strecke von der Erde zum Mond und zurück“

Unser Netz ist das Rückgrat der Energiewende

Schon heute hat E.ON in Deutschland rund 900.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung von über 70 GW in seinen Netzen angeschlossen. Das sind rund zwei Drittel aller erneuerbaren Anlagen in Deutschland. Derzeit werden in unser Netz in Deutschland bereits rund 125 TWh Energie aus Erneuerbaren eingespeist.

Damit auch zukünftig noch mehr dezentral erzeugte grüne Energie zuverlässig beim Kunden ankommt, investiert E.ON in den nächsten Jahren mehrere Milliarden Euro in die Energienetze und damit auch direkt in die Energiewende. Eine Studie von Frontier Economics und dem IAEW der RWTH Aachen rechnet für Deutschland mit Investitionen von mindestens 111 Mrd. Euro bis 2050. Sie geht von langfristigen Folgekosten von bis zu 4 Mrd. € pro Jahr aus, wenn aufgrund von Netzengpässen erneuerbarer Strom nicht genutzt oder Elektromobile nicht bedarfsgerecht geladen werden könnten.

Wenn wir den CO2-Ausstoß wirklich senken wollen, müssen wir nahezu alle Bereiche sektorübergreifend elektrifizieren: Vom Auto bis zur Stahlproduktion. Damit das gelingt, brauchen wir eine intelligente und effiziente Steuerung der Netze. Deshalb haben wir bei E.ON zum Beispiel die intelligente Ortsnetzstation zum Standard gemacht. Wir errichten jährlich rund 2.000 Stationen dieser Art. Diese liefern kontinuierlich wichtige Daten zur Netzsteuerung an das Netzleitsystem und sind in Echtzeit fernsteuerbar. So können einige Kommunen mit Hilfe eines Energiemonitors die lokale Energiesituation in Echtzeit visualisieren und gezielt Maßnahmen ergreifen, um das Netz stabil zu halten und weitere Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes zu ergreifen.

Wir investieren in Gemeinden und Kommunen und fördern so die lokale Wirtschaft

  • Der Netzausbau schreitet rasant voran: In den kommenden Jahren schließt E.ON viele, neue Unternehmen aus energieintensiven Industrien, wie z. B. Rechenzentren, Elektroautofabriken, Chemieparks und Batteriefertigungen, ans Verteilnetz an.
  • Allein diese Unternehmen werden im Monat etwa so viel Strom verbrauchen, wie eine große Stadt. Das entspricht etwa der produzierten Strommenge von rund 700 Windkrafträndern (ca. 3 Megawatt pro Windkraftrad).
  • Nur für den sicheren Anschluss dieser Industrieunternehmen an Grünstrom investieren wir über die nächsten sieben Jahre ca. 500 Mio.
  • Die Investitionen dienen dazu, sowohl unsere Netze für den Leistungszuwachs fit zu machen (z.B. durch Stations- und Trafoerneuerung), als auch die Kunden an unsere Netze anzuschließen.
  • In Zukunft werden zunehmend auch Verbraucher (engl. Consumer) zu sogenannten Flexumern, also flexiblen Verbrauchern. Das bedeutet, Verbraucher werden zukünftig auch Erzeuger, z.B. über Solaranlagen auf dem Hausdach. Wir bei E.ON machen das möglich. Hinzu kommen weitere nachhaltige Produkte und Lösungen, die eine Modernisierung und den Ausbau des Verteilnetzes erfordern, wie Wärmepumpen im Haus oder Elektroautos vor der Tür. Seit Juli 2021 sind bereits über 1 Million elektrisch betriebene Fahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs, die entweder vollständig (rund 500.000) oder teilweise (Hybridfahrzeuge, rund 500.000) mit Strom fahren.
  • Für eine sektorübergreifende intelligente und effiziente Steuerung der Netze sind Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung dringend erforderlich. Denn durch den Einsatz von Sensorik, intelligente Mess- und Regelungstechnik sowie Kommunikationstechnologien wird die Steuerung von dezentralen Erzeugern und Verbrauchern in Echtzeit erst möglich. Insgesamt investieren wir rund 200-300 Millionen Euro pro Jahr in die Digitalisierung unserer Netze und Systeme.

Wir leisten Pionierarbeit

Im Bereich der Energiespeicherung und „Power-to-X“ entwickeln wir dezentrale, integrierte Wasserstofflösungen für Kunden und machen unsere Verteilnetze „Wasserstoff-ready“. Denn durch die Beimischung von Wasserstoff bekommt auch die Gasnetzinfrastruktur eine neue Perspektive. Die Gasverteilnetzinfrastruktur kann die saisonalen Speicherprobleme von Strom lösen und dadurch den Ausbau der Höchstspannungstrassen reduzieren. E.ON hat sich zum Ziel gesetzt, die bestehenden Gasverteilnetze für grüne Gase fit zu machen und testet schon heute die Beimischung von Wasserstoff im Gasverteilnetz.

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