Intelligent vernetzt – grüner Strom, Speicher, Wärme und Verkehr

Erneuerbare Energien spielen eine immer wichtigere Rolle in der Stromversorgung. Die Aufgabe der Netzbetreiber als #FortschrittsErmöglicher ist es, die Stromnetze so ertüchtigen, dass sie mit dem schwankenden Stromaufkommen zurechtkommen und ausbalanciert bleiben.

Durch den Ausbau Erneuerbarer Energien und die wachsende Anzahl neuer elektrischer Verbraucher wie Wärmepumpen oder Elektrofahrzeugen steigt die Belastung der regionalen Verteilnetze. Erneuerbare Energien spielen eine immer wichtigere Rolle in der Stromversorgung. Die Aufgabe der Netzbetreiber als #FortschrittsErmöglicher ist es, die Stromnetze so ertüchtigen, dass sie mit dem schwankenden Stromaufkommen zurechtkommen und ausbalanciert bleiben. Die Steuerung von wetterabhängiger Erzeugung, flexiblem Verbrauch und netzdienlicher Speicherung ist hochkomplex und nur mit modernster Technik zu bewältigen. Starke Netze sichern wirtschaftlichen Fortschritt und fördern die gesellschaftliche Weiterentwicklung.

Kunde zunehmend in einer aktiven Rolle

In einer erneuerbaren und dezentralen Energiewelt spielt die Einbindung von flexiblen Anlagen für einen effizienten Netzbetrieb eine entscheidende Rolle. Durch die voranschreitende Digitalisierung in der Energiewirtschaft werden zugleich innovative Lösungskonzepte ermöglicht. Mit der Digitalisierung des Energiesystems geht ein Paradigmenwechsel einher: Die Energiewende ist nicht nur durch Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung geprägt. Der Kunde rückt durch seine zunehmend aktive Rolle in den Fokus, wodurch die Energiewende auch Demokratisierung bedeutet. Erkennbar ist eine Weiterentwicklung von Verbrauchern hin zu sogenannten Flexumern, welche ihre Flexibilität mit Hilfe digitaler Infrastruktur netzdienlich zur Verfügung stellen und somit aktiv am Energiesystem teilnehmen. Dies gilt für Haushaltskunden, aber auch für große Industrieunternehmen. Nach Ergebnissen einer Studie rechnet das Bayernwerk bis 2035 mit 1,5 Millionen steuerbaren Einheiten im eigenen Netzgebiet.

Gespeicherte Energie aus gebrauchten Lithium-Ionen-Akkus: Oskar II.

Gespeicherte Energie aus gebrauchten Lithium-Ionen-Akkus: Oskar II.

Neues Energiesystem für ein nachhaltiges Leben

Mit der gemeinsamen Kampagne „Netze für morgen“ verbindet man beim Bayernwerk den Gedanken an den Gründervater Oskar von Miller. Die Vision des berühmten Energiepioniers vor 100 Jahren war es, Strom aus Wasserkraft über bayernweite Netze zu verteilen. Mit der Elektrifizierung Bayerns wollte er früh wirtschaftlichen Fortschritt ermöglichen und das gesellschaftliche Leben verändern. 100 Jahre später geht es wieder um grundlegende Veränderungen der regionalen Energieversorgung. Erneut lautet die Aufgabe, ein neues Energiesystem zu schaffen, das auf Basis Erneuerbarer Energien ein nachhaltiges Leben ermöglicht. Wieder spielen Energienetze eine zentrale Rolle. Schon jetzt sind mehr als 300.000 regenerative Erzeugungsanlagen in das Bayernwerk-Netz integriert. Das ist aber nur eine Seite. Die andere Seite ist: Eine CO2-freie Zukunft ist nur erreichbar, wenn mehrere Sektoren wie Erzeugung, Mobilität und der Lebensraum der Menschen ineinandergreifen. Digitalisierung, Modernisierung und der Ausbau der Strom-Verteilnetze spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle.

„Oskar II.“, der innovative Speichercontainer

Ein aktueller Beitrag, den das Bayernwerk für eine Null-Emissionen-Gesellschaften leistet, ist Oskar II., ein innovativer Speichercontainer. Sein Name spielt auf den Bayernwerk-Gründervater Oskar von Miller an. Zentrale Elemente dieses Multitalents sind gebrauchte Lithium-Ionen-Akkus aus Audi-Testfahrzeugen, eine integrierte PV-Anlage auf dem Dach und ein Energiemanagementsystem. Neben der intelligenten Speicherfunktion hat bei Oskar II. auch der Aspekt Nachhaltigkeit im Zentrum der Überlegungen gestanden. Wiederaufbereitete Akkus aus E-Fahrzeugen bekommen die Chance auf einen zweiten Lebenszyklus. Der mobile Speichercontainer ist ein Prototyp und verfügt über drei Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. Mit dem Fortschreiten der Energiewende spielen Speichermöglichkeiten eine immer größere Rolle. Speicher werden für die intelligente Steuerung der Netze ebenso wie für die Elektromobilität benötigt. Bei Oskar II. greifen beide Sektoren ineinander. Oskar II. kann auch für den Inselbetrieb eingesetzt werden, also dort, wo kein Netz oder nicht ausreichend Kapazität zur Verfügung steht. Naheliegend ist etwa der temporäre Einsatz bei Veranstaltungen im Freien oder als Schnellladestation an beliebigen Orten. Durch das intelligente Energiemanagementsystem kann die überschüssige Energie einer Photovoltaik- oder Windkraftanlage gespeichert und dann bei Lastspitzen genutzt werden. Durch solche Lösungen können die Verteilnetze besser ausgelastet und noch mehr dezentrale Erzeugungsquellen an das Stromnetz angeschlossen werden.

Die Energiezukunft: das FlowerPower-Konzept
Das Multitalent: Oskar II.

Energie mit FLAIR: Strom aus PV-Anlagen wird z. B. für Wärmepumpen genutzt

Energie mit FLAIR: Strom aus PV-Anlagen wird z. B. für Wärmepumpen genutzt

LEW Verteilnetz GmbH: Steuerboxen in Privathaushalten

Lokal erzeugten Strom möglichst vor Ort verbrauchen und dabei bestehende Kapazitäten im Ortsnetz optimal nutzen: Das ist das Ziel des Forschungs- und Entwicklungsprojekts FLAIR2 (Flexible Anlagen intelligent regeln), das (LVN) gemeinsam mit der Stromnetz Berlin GmbH (SNB), Hochschule München und e*Message Wireless Information Services Deutschland GmbH umsetzt. Herzstück von FLAIR sind weitestgehend autonom arbeitende Steuerboxen in Privathaushalten. Sie können dort angeschlossene steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Ladeboxen oder Wärmepumpen ansteuern. Indikator dabei ist vor allem die Spannung vor Ort im Niederspannungsnetz. Die Spannung steigt an, wenn Strom aus dezentralen Erzeugungsanlagen, in der Regel Photovoltaikanlagen, in entsprechenden Leitungsabschnitt des Ortsnetzes eingespeist wird. Dann versuchen die FLAIR-Steuerboxen den Energieverbrauch vor Ort zu erhöhen, indem die Wärmepumpe angeschaltet oder das Elektroauto geladen wird. So wird mehr Energie direkt vor Ort genutzt und muss nicht mehr über die Netze abtransportiert werden.

www.lew-verteilnetz.de

Mehr Transparenz im Netz: 20 Trafostationen werden mit spezieller Messtechnik ausgestattet

Mehr Transparenz im Netz: 20 Trafostationen werden mit spezieller Messtechnik ausgestattet

MITNETZ Strom: Netz besser auslasten

Was sich so groß anhört, fängt erstmal klein an. Der enviaM-Netzbetreiber MITNETZ STROM forscht auch am Stromnetz der Zukunft – und dies zunächst in einem kleinen Ort in Sachsen. Das Unternehmen testet in Limbach-Oberfrohna wie mit neuen Technologien die Übertragungsfähigkeit des Stromnetzes erhöht werden kann. Der Startschuss für den ein Jahr lang dauernden Feldtest fiel im März 2021. Das Vorhaben wird von der Stadt Limbach-Oberfrohna (Sachsen) sowie den Hochschulen Merseburg (Sachsen-Anhalt) und Mittweida (Sachsen) unterstützt. Mit letzterem beschäftigt sich der Feldtest in der enviaM-Gruppe. Das Ziel ist es, die von MITNETZ STROM entwickelten und verwendeten Technologien, wie Intelligente Messsysteme, den Phasenumschalter und die MyFlex App auf Kundenakzeptanz und Wirksamkeit in Bezug auf Netzüberlastungen zu testen.

https://www.mitnetz-strom.de/unternehmen/blog/blog/2021/02/08/das-stromnetz-der-zukunft—pilotprojekt-in-limbach-oberfrohna
https://youtu.be/mXXK-G39wec
mitnetz-strom.de

 

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