Drei Fragen an Thomas König, E.ON Netzvorstand

Ohne Verteilnetze keine Energiewende

Warum sind die Verteilnetze so wichtig für die Energiewende?

Verteilnetze sind das Rückgrat der Energiewende. 95 Prozent aller Erneuerbaren-Energien-Anlagen sind in Deutschland an das Verteilnetz angeschlossen und werden auch in Zukunft dort ausgebaut. Schon heute hat E.ON rund 900.000 Erneuerbare Energien-Anlagen an die Verteilnetze angeschlossen. Wir sorgen mit unseren Netzen dafür, dass der produzierte grüne Strom immer und überall für jeden verfügbar ist. So schaffen wir die Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung hin zur Null-Emissionen-Gesellschaft.

Verteilnetze sind die Lebensadern unserer Gesellschaft. Private Haushalte und Betriebe sind an die Verteilnetze angeschlossen und verbrauchen heute nicht nur Energie, sondern erzeugen und speichern sie auch selbst. Immer mehr Menschen produzieren mit einer Photovoltaikanlage auf dem Hausdach ihren eigenen grünen Strom und speichern diesen vor Ort. Wir sprechen von sogenannten Flexumern, also flexiblen Verbrauchern, die Energie nicht nur nutzen, sondern auch über Speichermöglichkeiten zur Verfügung stellen oder selbst erzeugen. Das Zusammenspiel unzähliger Flexumer zu orchestrieren, erfordert einen hohen Koordinationsaufwand. Und da kommen intelligente Verteilnetze ins Spiel.

Thomas König, Netzvorstand E.ON

Thomas König, Netzvorstand E.ON

 

Was genau macht E.ON im Netz?

Allein in Deutschland betreiben unsere neun Regionalgesellschaften über 800.000 Kilometer Strom- und Gasnetze. Mit unserem Verteilnetz bringen wir die Energiewende zu den Menschen vor Ort. So schließen wir immer mehr neue Erneuerbare-Anlagen sowie Industrie, Gewerbe und Privathaushalte an unser Verteilnetz an. In den kommenden Jahren kommen viele neue Unternehmen aus energieintensiven Industrien, wie z.B. Rechenzentren, Elektroautofabriken und Batteriefertigungen dazu. Bei solchen Unternehmen reden wir gleich über Dimensionen, die mit einer Anschlussleistung einer großen Stadt verglichen werden können.

Mit unserem Verteilnetz ermöglichen wir die Elektromobilität. Wir sorgen nicht nur dafür, dass Menschen ihr Elektroauto zuhause laden können, sondern schließen auch die Ladensäulen quer durch Deutschland an unser Verteilnetz an. Um die Menschen jederzeit sicher zu versorgen und den steigenden Anforderungen der Energiewende weiterhin gerecht zu werden, digitalisieren wir unsere Netze und Systeme. Dafür investieren wir als E.ON allein rund 200 bis 300 Mio. € pro Jahr. Intelligente, digitale Technologien werden bei uns einen ganz wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass der dafür erforderliche Netzausbau so effizient, nachhaltig und ressourcenschonend wie möglich stattfinden kann. Wir leisten Pionierarbeit und machen unsere Netze bereit für grünen Wasserstoff.

Mit dem kontinuierlichen Ausbau und der technologischen Weiterentwicklung unserer Verteilnetze ermöglichen wir eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Zukunft der deutschen und europäischen Energieversorgung. Unsere intelligenten Lösungen ermöglichen jedem Menschen und jedem Unternehmen den Zugang zu grüner Energie.

 

„Wenn wir die Stromverteilnetze nicht ausreichend und zeitgerecht ausbauen, wird das Erreichen der Klimaneutralität deutlich teurerer für die Gesellschaft.“
Thomas König,
Netzvorstand E.ON

Ein Blick in die Zukunft: Was braucht es noch für das Netz, um die Energiewende weiter voranzubringen?

In Deutschland wird bis 2030 ein jährlicher Zubau von Erneuerbaren Energien von bis zu 12,4 Gigawatt erwartet, was der Leistung von etwa 1,2 Mio. neuen Hausdachsolaranlagen entspricht. Wir rechnen damit, dass voraussichtlich mehr als die Hälfte dieser Erneuerbaren Energien an die E.ON-Verteilnetze angeschlossen wird. Darüber hinaus werden wir auf unserem Weg in die klimaneutrale Zukunft Millionen von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen in den nächsten Jahren in unser Netz integrieren. Das bedeutet: Wir müssen kontinuierlich weiter in den Ausbau und die Digitalisierung unserer Netze investieren.

Eine aktuelle Studie von Frontier Economics und dem IAEW der RWTH Aachen rechnet für Deutschland mit einem Investitionsbedarf von mindestens 111 Mrd. Euro bis 2050, um die Verteilnetze für die Energiewende fit zu machen. Das sind hohe Summen, aber notwendige Investitionen in unsere grüne Zukunft. Denn wenn wir die Stromverteilnetze nicht ausreichend und zeitgerecht ausbauen, wird das Erreichen der Klimaneutralität deutlich teurerer für die Gesellschaft. Um die für die Energiewende erforderliche Finanzierung der Energieinfrastruktur sicherzustellen, brauchen wir international wettbewerbsfähige regulatorische Rahmenbedingungen.

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