Wasserstoff –
Kleines Molekül, große Wirkung

Das Ziel ist klar formuliert: Wir wollen in Europa bis 2050 klimaneutral sein. Das ist ambitioniert, aber erreichbar. Der dazu erforderliche Umbau unseres Energiesystems ist bereits in vollem Gange. Wir bauen die Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien massiv aus. Sie hatte im Jahr 2020 bereits einen Anteil von rund 45 Prozent.
Der Stromsektor ist also schon auf einem guten Weg. Andere Sektoren haben aber noch einen großen Nachholbedarf. Dies wird deutlich beim Blick auf den Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch: Er betrug im Jahr 2020 lediglich 16,8 Prozent.
Die dominierenden Energieträger in der Industrie, im Gebäudesektor und im Verkehrssektor sind immer noch Erdgas, Öl und Kohle. Grüner Strom wird aber auch hier zunehmend eine größere Rolle spielen. Die Elektroauto-Neuzulassungen haben sich seit Jahresbeginn 2021 verdreifacht. Und im Wohnungsneubau wurden 2020 schon zu einem Drittel Elektro-Wärmepumpen installiert.

Wasserstoff als Voraussetzung für die Dekarbonisierung der Industrie

Zugleich gibt es aber zahlreiche Anwendungen und Technologien, die sich nicht auf grünen Strom umstellen lassen: der Langstrecken- und Schwerlastverkehr, schlecht isolierte Bestandsgebäude sowie Prozesse in der Industrie. Neben der Chemie-, Zement- und Stahlindustrie betrifft dies auch viele Mittelständler. Eine Analyse der Prozesswärme-Kunden von Westenergie hat gezeigt, dass 69 Prozent der bereitgestellten Prozesswärme nicht zu elektrifizieren ist. Hier benötigen wir auch in Zukunft eine Alternative zu Strom. 

Dort, wo eine Elektrifizierung technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, kann Wasserstoff eine Lösung bieten. Wasserstoff ist die Antwort auf die Frage, wie eine Industrienation wie Deutschland die Transformation zu Klimaneutralität erreichen und dabei ihre Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze erhalten kann. Wasserstoff ist die industriepolitische Antwort auf das Pariser Klimaschutzabkommen.  

Der „Wasserstoffdorf“: Areal des HYPOS-Projektes

Das „Wasserstoffdorf“: Areal des HYPOS-Projektes

Wasserstoff-Hydrantenschild in Bitterfeld-Wolfen

Wasserstoff-Hydrantenschild in Bitterfeld-Wolfen

Vorhandene Gasinfrastruktur bietet optimale Voraussetzungen 

Für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft wird es besonders auf die Infrastruktur ankommen. Nur wenn Wasserstoff schnell und einfach zu den Abnehmern transportiert werden kann, wird sich ein echter Markt entwickeln können.
Deutschland hat hier einen großen Vorteil durch sein gut ausgebautes Erdgasnetz mit mehr als 550.000 Kilometern Länge. Dieses Bestandsnetz versorgt schon heute rund 1,6 Millionen Gewerbe- und Industriekunden sowie mehr als 31 Millionen Menschen mit Energie. Diese Infrastruktur müssen wir nutzen und Wasserstoff-ready machen. Dies wäre ökonomisch wie ökologisch am sinnvollsten.

Projekt Holzwickede

Erste Versuche hierzu laufen bereits in der Gemeinde Holzwickede bei Dortmund. In dem Projekt „H2HoWi“ stellt Westenergie deutschlandweit zum ersten Mal eine bestehende Erdgasleitung der öffentlichen Gasversorgung auf reinen Wasserstoff um. Dazu wird eine vorhandene Mitteldruck-Erdgasleitung zunächst vom Erdgasnetz getrennt und schließlich an einen Wasserstoffspeicher angeschlossen. Von hier aus erfolgt die Versorgung von vier Gewerbekunden. Wir wollen so zeigen, dass die bestehende Infrastruktur ohne große Anpassungen auch für den Transport von reinem Wasserstoff genutzt werden kann. 

Mehr Infos zum Projekt Holzwickede:
https://news.westenergie.de/deutschlandweit-einmaliges-projekt-bestehende-erdgasleitung-wird-auf-100-prozent-wasserstoff-umgestellt/ 

Umstellung der bestehenden Erdgasleitungen im nordrhein-westfälischen Holzwicked

Umstellung der bestehenden Erdgasleitungen im nordrhein-westfälischen Holzwickede

Projekt Salzgitter

Aber auch bei der Erzeugung von Wasserstoff benötigen wir zügig Fortschritte. E.ON leistet gemeinsam mit der Salzgitter AG und Linde dazu einen wichtigen Beitrag. In dem Projekt „Windwasserstoff Salzgitter – WindH2“ soll die Dekarbonsierung der Stahlproduktion realisiert werden. Auf dem Gelände des Hüttenwerks in Salzgitter wird künftig grüner Wasserstoff mit Strom aus Windenergie erzeugt. Dieser soll den bislang für die Verhüttung von Eisenerzen erforderlichen Kohlenstoff substituieren. Die bislang betriebenen drei Hochöfen müssen dafür schrittweise durch eine Kombination aus Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen ersetzt werden. Über eine solche Transformation der Stahlerzeugung könnten deren CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um etwa 95 Prozent verringert werden. 

Auf dem Gelände der Salzgitter AG werden dafür sieben neu errichtete Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 30 Megawatt betrieben. Die Salzgitter Flachstahl GmbH hat zentral auf dem Werksgelände zwei Siemens 1,25 Megawatt-PEM-Elektrolyse-Einheiten installiert, die pro Stunde rund 450 Kubikmeter (m3) hochreinen Wasserstoff erzeugen werden.  

Mehr Infos zum Projekt Salzgitter
https://www.eon.com/de/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/2021/salzgitter-ag-eon-und-linde-starten-betrieb-einer-industriellen-wasserstoffproduktion-auf-basis-von-strom-aus-windkraft.html 

Windwasserstoff Salzigtter: Ansetzen der Nabe in 169 m Höhe

Windwasserstoff Salzigtter: Ansetzen der Nabe in 169 m Höhe

Mit diesen und vielen anderen Projekten schlägt E.ON die Brücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen Theorie und Praxis der Energiewende. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle spielen. 

Links 

Wasserstoff: Die Neuentdeckung des ältesten Elements
https://www.eon.com/de/geschaeftskunden/wasserstoff-moeglichkeiten-einer-co2-neutralen-energieversorgung.html

Wasserstoff – Klimaretter oder nur „brennbare Luft“?
https://www.eon.com/de/ueber-uns/politischer-dialog/wasserstoff.html 

Die drei populärsten Mythen unter der Lupe
https://www.eon.com/de/neue-energie/neue-energiewelt/hydrogen-myths.html 

 

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